Donnerstag, 31. Januar 2013

Und was, wenn unser Leben schon auf einer himmlischen DVD verewigt wurde?

Mal wieder stellt sich mir die Frage nach dem Sein. Dem Sein und Schein. Was wir waren, was wir werden. Leben wir unser eigenes Leben? Nach unseren eigenen Regeln? Oder wurde unsere Geschichte schon längst in einem großen verstaubten Buch niedergeschrieben und wir leben sie nur noch aus? 
Eine mir so geliebte Person sagte neulich, "Vielleicht ist unser Leben wie ein Film. Schon abgedreht und auf eine himmlische DVD gebrannt" 


Was wäre wenn irgendjemand das große Buch meines Lebens aus dem unendlich großen Bücherregal der Menschheit genommen, und es aufgeschlagen hätte? Oder sich einen schönen Abend mit Popcorn und Kerzenlicht machen wollte, noch einen spannenden Film gesucht hat, und auf die Geschichte der Elisabeth gestoßen ist? Vielleicht neugierig geworden ist, weil das Cover so bunt bemalt ist und sich dann entschließt, sich einen vergänglichen, unbedeutenden Abend mit meinem Leben zu beschäftigen? Die wichtige Person legt also die DVD ein, spult die Werbung von Biografien bedeutenderer Leute vor und drückt dann den Play-Knopf. 
Und dann beginne ich zu leben! 
Werde geboren, wachse heran. Lerne Dinge wieder zu erkennen und die ersten Schritte zu gehen. Die Person sieht meine Angst vor dem ersten Schultag und erlebt, wie ich beginne mehr und mehr zu lernen. Langsam entwickelt sie eine eigene Meinung über mich. Nimmt aber nur von außen zur Kenntnis, wie sich meine Interessen herauskristallisieren und  ich mir die elementaren Fragen nach dem Sinn des Lebens stelle. Ich wachse immer weiter. Werde langsam erwachsen und mache mir Gedanken um meine Zukunft. Sie sieht, wie ich mich freue, über die schönen Blumen in meinem Garten. Wie ich mich in die Musik verliebe und mit leuchtenden Augen vor dem Weihnachtsbaum stehe. Wie ich intensivst  für die Schule lerne, nur um einen guten Abschluss zu erreichen. Die Person nimmt zur Kenntnis wie ich Nächtelang mit tränenverschleierten Augen wach liege, da ich mir so ungewiss über die Zukunft bin. Was ich später werden soll, ob ich eine Familie gründen werde, ob ich schlicht glücklich sein kann.
Vielleicht umspielt ein Lächeln das Gesicht der Person, weil sie sich ihrer Macht im Klaren ist. Sie weiß, was aus mir wird, kann sie doch einfach kurz ein paar Jahre nach vorn spulen, oder sich die Beschreibung auf der Rückseite der DVD-Hülle durchlesen. Für sie ist es alles nur ein Film. Etwas nicht reales. Schon passiertes. Aber ich lebe in diesem Moment! Lerne meine große Liebe kennen, schmiede Zukunftspläne, rutsche auf vereisten Wegen aus. Und jede Sekunde ist für mich neu und Einzigartig. Jede Entscheidung vor die ich gestellt werde wiege ich sorgfältig ab. Schließlich glaube ich, mein Leben dadurch drastisch verändern zu können. Und irgendwann ist die letzte Seite aufgeschlagen, der Film zu Ende. Die Person steht von der Couch auf, streckt sich noch einmal herzhaft, schaltet das Gerät aus und geht zu Bett. Bestenfalls träumt sie in der Nacht noch einmal von mir. Doch damit ist die Sache für sie auch schon erledigt. Es war ja blos eine Geschichte..



Kann ich mein Leben durch meine Entscheidungen verändern? Lohnt es sich überhaupt zu träumen? Wenn alles schon aufgeschrieben, oder verfilmt wurde? Und das Wichtigste, wie finde ich das? Macht es mir Angst? Es wird uns von Klein auf beigebracht, dass wir für uns selbst verantwortlich sind. Und wenn es nun nicht so wäre? 
 Vielleicht sollte man es nicht nur von der negativen Seite betrachten...Denn es ist doch auch ein zutiefst beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es schon jemanden gegeben hat, der das Beste für uns wollte, und unser Leben schon nach besten Vorsätzen geschrieben hat. Es nimmt ein bisschen den Druck des Lebens, die Angst vor der Ungewissheit dieser Gedanke. Dass -egal wie ich mich denke zu entscheiden- sowieso schon weitere Kapitel meines Lebens geschrieben wurden, und ich sie einfach nur noch...leben brauche! 
Doch liegt es wohl wirklich an mir zu entscheiden, ob ich sie glücklich, oder doch zweifelnd angehen werde....

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Begierde

Wenn wir etwas haben wollen, über das wir nicht verfügen, empfinden wir Begierde. 
Wir erleben sie als Mangel, als Lehrstelle.
So kann sich Begierde letztendlich auf alles richten, was uns fehlt: Ein Glas Wasser, eine Person, ein paar Schuhe, auf Wissen oder sogar auf die Weltherrschaft. 
Begierde ist eng  mit Hunger verbunden. Deshalb spüren wir oft im Magen, wenn wir etwas begehren. Es ist so, als wäre dort ein Loch, das um jeden Preis gefüllt werden wollte. 
Warum empfinden wir Begierde? Ist sie gut, oder lässt sie uns zugrunde gehen?
Ich denke, dass sie in gewissem Maße Überlebenswichtig für uns ist. Denn ist es nicht in höchstem Maße befriedigend, wenn wir unsere Begierde sättigen können? Für mich ist sie eine der wichtigsten Leidenschaften. Was wäre schon ein Leben, ohne Begierden?


Freitag, 9. November 2012

Spuren des Mondes


Wir gehen den Spuren des Mondes nach, 
Unsere Schatten zeichnen sich nur schwach,
Sind wie dunkle Geister, die uns begleiten, 
Die uns auf den Fersen folgen zu allen Zeiten.
Ein Baum steht am Weg mit dunklem Dach, 
An den der Mond sich leicht anlehnt.
Unterm Baum sitzt die Sehnsucht unendlich wach,
Und ihr Schatten sich rings um die Erde dehnt.
Der Mond lässt hinter sich den Wald, der ist blau
Und das Kleefeld, das blinkt vor Blätter und Tau.
Die Nachtluft, die lautlose Seufzer trinkt,
Hin unterm Mond auf das Kleelager sinkt.
Der Sehnsucht, der ist kein Weg zu rauh,
Und ihrem wegen kein Ende winkt.

Max Dauthendey

Foto: è proprio il caso di dire che...x te prenderei anche la luna!♥


aus der Sammlung: Lieder der Vergänglichkeit

Montag, 5. November 2012

Warum sind wir?

...Die wohl am häufigsten gestellte und doch nie beantworteste Frage die sich Menschen seit Anbeginn der Zeit gestellt haben. 
Wer bin ich? 
Warum bin ich hier? 
Zu welchem Zweck wurde ich erschaffen?
Wer weiß das schon? Und warum spuken mir diese Fragen schon seit ich klein bin andauernd durch den Kopf? Halten mich nachts wach und ließen mich als kleines Kind manchmal in Tränen ausbrechen, weil niemand die Antwort kannte? 
Natürlich, da gibt es die Wissenschaft, aber was weiß die schon? Auch die besten Forscher haben die Seele im Körper des Menschen noch nicht nachweisen können. Dabei sind sich die Menschen schon lange sicher, dass wir ohne sie nicht auf unsere Art existieren könnten. 
Was also machen? Wäre es mir möglich, ich würde mein Leben damit verbringen, nach der Lösung zu suchen. Aber in unserer Gesellschaft... Die Philosophie rückt immer weiter in den Hintergrund unseres seins. Ich frage mich, ob es nicht vielleicht gefährlich ist den Beruf, der über unser aller Sein denkt, durch Technologie zu ersetzen......

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Das Leben ist ein Abenteuer






 Das Leben ist ein Abenteuer!



















Entdecke die Welt




















Erforsche das Leben























Erfinde dich selbst!

















Hiddensee-Impressionen Herbst 2012

Samstag, 13. Oktober 2012

Ihr Blätter wollt ihr tanzen



"Ihr Blätter wollt ihr tanzen?",
so rief im Herbst der Wind.
"Ja, ja wir wollen tanzen,
ja, ja wir wollen tanzen,
komm hol uns nur geschwind."











Da fuhr er durch die Äste
und pflückte Blatt für Blatt.
"Jetzt gehen wir zum Feste,
jetzt gehen wir zum Feste,
jetzt tanzen wir uns satt."

Bald wurden sie ganz leise
mit Flocken zugedeckt
Nun schlafen sie und träumen,
nun schlafen sie und träumen
bis sie der Frühling weckt.



...schöne Zeit, melancholische Zeit.
das Lied spielte sich heute immer und immer wieder in meinem Kopf ab. 

Ich frage mich, wie viele Mama's das ihren Kindern schon beigebracht haben, und in diesem Moment singen.... :)








Freitag, 28. September 2012

...wenn alles etwas langsamer wird

So langsam glaube ich, beginnt der Herbst. 
Klar, es ist kälter und regnerischer, und die Äpfel und Nüsse purzeln reif von den Ästen. Aber auch das zur Ruhe kommende Gefühl, dass sich durch die Gassen der Vororte schleicht, ist langsam nicht mehr zu ignorieren. Ich mag den Herbst. Immer öfter kann ich den Himmel abends in den unmöglichsten Farben erstrahlen sehen. Orange, Rot und manchmal sogar ganz zart rosa. Wie als würde die Erde nochmal zum letzten Showdown vor dem doch so einfarbigen Winter ausholen...

Gestern hatte ich beim aufwachen vor meiner Nase einen Schmetterling sitzen. Kommt vielleicht daher, dass mein Fenster nachts immer offen ist, wer weiß.. Aber auch da bemerkte ich diese verändernde Kraft des Herbstes. Der kleine Kerl war total langsam und schläfrig, und so konnte ich ihn ohne weiteres auf meinen Finger setzen und ihn bildlich verewigen.


...Hoffentlich überlebt er den Winter, oder hat jedenfalls noch einen wunderschönen letzten Herbst!